Niederdeutsche Stimmen

Die Schallplattenreihe „Niederdeutsche Stimmen“

Die Reihe „Niederdeutsche Stimmen“ ist darauf angelegt, die Vielfalt der niederdeutschen Sprachwelt und Literatur zu zeigen. Wesentliches Teil des Konzeptes: Lebende Autoren lesen ihre eigenen Texte; historische Texte wurden jeweils von Sprechern gelesen, deren Sprachfärbung der des Autors entsprach. Die Sprachaufnahmen entstanden zwischen 1965 und 1975 in professionellen Aufnahmestudios.

Gedichte und Kurzprosa sind ebenso zu hören wie Romanauszüge, ein Hörspiel, Märchen oder Predigttexte; die Lesung eines Schauspiels war geplant, die Aufnahmen blieben jedoch unveröffentlicht.

Ein Ziel bestand darin, den gesamten niederdeutschen Sprachraum zum Klingen zu bringen. Neben Ostfriesisch, Nordniedersächsisch, Mecklenburgisch und Westfälisch geraten mit dem Ostfälischen, dem historisch gewordenen Ostpreußischen und dem auf allen Kontinenten vertretene Plautdietsch auch die Ränder in den Blick.

Der historische Querschnitt, ausgehend von Übersetzungen von Texten des 15. Jahrhunderts und niederdeutschen Zeugnissen aus dem frühen 18. Jahrhundert über die neue niederdeutsche Literaturbewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis hin zu zeitgenössischer Literatur zeigt die kontinuierliche Präsenz literarischer niederdeutscher Zeugnisse.

In den frühen 1970er Jahren erweiterte sich das sprachliche Aktionsfeld der „Niederdeutschen Stimmen“, so dass nun auch hessische, jiddische, alemannische oder nordfriesische Klänge in die Reihe aufgenommen wurden. PLATO beschränkt sich allerdings auf die Darstellung niederdeutscher Aufnahmen.

Nach zehnjähriger Laufzeit war das Ende der Reihe besiegelt – wirtschaftlicher Erfolg hatte sich mit den qualitativ hochwertigen Schallplatten nicht erzielen lassen. Zwar hatte die Schallplatte als Tonträger für plattdeutsche Erzählungen wie auch für musikalische Darbietungen einen Aufschwung genommen, aber bald bestimmten eingängige Unterhaltungsangeboten den Markt. Als Nachklapp und gleichermaßen als glanzvoller Höhepunkt erschien 1981 die bereits 1975 aufgenommene Villon-Platte mit Uwe Friedrichsen als Sprecher.